Historie

Das Versorgungswerk der Vereinigung der Waldorfkindergärten gibt es schon seit 2006. Wie ist es dazu gekommen?

Kernproblem:

Im staatlichen Kindergarten gibt es die Pflichtversorgung, in die der staatliche Kindergarten einbezahlt und gleichzeitig macht ein/e Erziehende/r in einem staatlichen Kindergarten Entgeltumwandlung. Somit gehen diese Menschen finanziell abgesichert in ihren Ruhestand.

Im Waldorfkindergarten gibt es bis heute keine Pflichtversorgung.

Viele Waldorferzieher/-innen sparen gar Nichts fürs Alter an, verdienen aber idR. weniger als die staatlich beschäftigten Erziehenden. Somit erhalten sie auch noch generell weniger Rente vom Staat als vergleichbare Erziehende in anderen Betrieben.

Folge: Altersarmut ist bei Beschäftigten in Waldorfkindergärten deutlich weiter verbreitet als in vergleichbar anderen Beschäftigungsgruppen.

Lösung:

Grundsicherung beantragen? Für viele Erzieher/-innen ein entwürdigender Prozess: nervenaufreibend und mit viel Papierkrieg verbunden.

Arbeiten bis weit über 70 Jahre hinaus und Zuverdienst zur Rente generieren? Wenn möglich, eine Lösung, aber was, wenn Erkrankungen oder Konstitution dies verhindern?

Eine sichere und nachhaltige Zusatzrente vom Betrieb beziehen-den Ruhestand auch mit Ruhe angehen können!

Was war passiert? (eigenständiger Punkt)
Bereits 1985 hat die Vereinigung der Waldorfkindergärten erkannt, dass unfassbar viele Erzieherinnen vor diesem Problem der Altersarmut stehen. Es wurde ein Arbeitskreis innerhalb der Vereinigung gegründet und ein eigenes System zur Altersversorgung gegründet. Nun hat der Gesetzgeber die Rechtssprechung rund um das Thema der betrieblichen Altersversorgung zunehmend komplex gestaltet, so dass es hierzu Spezialistenwissen bedarf und vor allen Dingen extrem stabilen Kapitalanlageformen, damit eine heute abgeschlossene Altersrente auch noch in späteren Generationen sicher bezahlt werden kann. Dies erkennend hat der Arbeitskreis BAV der Vereinigung der Waldorfkindergärten 2006 mehrere Arbeitsgruppen in Deutschland ins Leben gerufen, die den Themenbereich Altersversorgung unterschiedlich bearbeitet haben. Mit dabei waren Erzieher/-innnen, Vorstände, Geschäftsführer von Waldorfkindergärten und die Vereinigung sowie die Hannoverschen Kassen, Gerling Pensionsmanagement, Rechtsanwälte und Steuerberater. Diese Ergebnisse flossen anschliessend in eine Ausschreibung ein, die die Vereinigung auf dem bundesdeutschen Markt vorgenommen hat. Das Ergebnis war, dass mit der höchsten Punktzahl und vor dem Hintergrund der absoluten Sicherheit der zu zahlenden Renten mit nachhaltigen Kapitalanlagen und vor allem der Erarbeitung einer rechtsbindenden Versorgungsordnung der Gerling-Konzern diese Ausschreibung gewonnen hat. Heute ist durch Unternehmensverkäufe der Träger der Altersversorgung der Vereinigung der Waldorfkindergärten die HDI Lebensversicherung.

In 2017 prüfte die Vereinigung erneut die Zusammenarbeit mit HDI Lebensversicherung AG unter der Massgabe der seinerzeit erarbeiteten Kriterien.

2020 hat das Versorgungswerk unter der Leitung von Gisbert Straden erneut eine Ausschreibung auf dem deutschen Markt gestartet – dies wird zukünftig sehr engmaschig passieren – damit die Kindergärten jederzeit die Sicherheit haben, dass sie das beste Preis-/Leistungsverhältnis für ihre Angestellten im Versorgungswerk haben und die häufig ehrenamtlichen Vorstände sowie die Geschäftsführung keine Haftung für den Bereich der betrieblichen Altersversorgung haben.

Da das Versorgungswerk nun eigenständig ist und beständig auch unter Einflussnahme der Vereinigung arbeiten kann, wird die Altersversorgung für die Erziehenden ein Stück weit unabhängiger vom Träger und der Verwaltungsaufwand für die Kindergärten nochmals drastisch reduziert.

Das Thema ist für die ehrenamtlichen Vorstände häufig unbekannt, man hat auch Angst vor der Haftung, die hieraus entstehen kann und man ist sehr misstrauisch, was das Thema „Vertrauen“ zu einem etablierten Versorgungsträger anbelangt. Viele Vorstände in den Kindergärten haben Angst davor, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, da es aus ihrer Sicht sehr zeitintensiv und unüberschaubar ist.

Seit Oktober 2019 wird das Versorgungswerk von Gisbert Straden, zunächst in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts geleitet und zur Zeit in eine GmbH i.G. umgewandelt. Gisbert Straden wird Geschäftsführer der zu gründenden GmbH sein.

Wir, das Versorgungswerk, wollen für unsere Kindergärten noch professioneller werden:

Seit 2020 ist die Vereinigung der Waldorfkindergärten, vertreten durch den Geschäftsführer, Oliver Langscheid, im Beirat des Versorgungswerkes vertreten.

Geplant ist, den Beirat in der zweiten Jahreshälfte 2020 auf drei Mitglieder zu erweitern, indem wir zwei weitere Mitglieder aus unseren Mitgliedskindergärten und/oder den Regionalverbänden aufnehmen. Der Beirat vertritt die Interessen der Kindergärten und der Vereinigung und arbeitet kreativ für die Kindergärten mit im Versorgungswerk.